Archiv für April 2012

lesen hilft!

lesen sollte ich mal wieder mehr, es hilft nämlich gegen dummheit, dumme gedanken, hunger und kummer, langeweile und stress. es gibt so bücher die ich immer wieder lesen kann und die für bestimmte anlässe unerlässlich sind. wie z.b. homo faber oder tod in venedig im sommer oder gretchen mein mädchen bei liebeskummer oder houellebecq um in den hater-modus zu kommen bzw. um mich am zynismus alter männer zu erfreuen, oder das känguru und max gold um glücklich zu sein.

artikel lesen hat meist mehr die funktion sich zu bilden oder zu informieren, wie hier schon des öfteren erwähnt lese ich gerne die artikel von magnus klaue, sie tragen nicht nur zur informationsbeschaffung bei sondern auch zu meiner unterhaltung. darum an dieser stelle eine empfehlung: dawn of the dead. der artikel fällt in die kategorie „der bürgerrechtler ist der natürliche feind des menschenrechts“ dank an die konkret für die einführung dieser kategorie.

„Das adäquate Genre für die Darstellung des zu sich selbst kommenden Aktivbürgertums, das bürgerliche Individuen nicht einmal mehr als Karikaturen kennt, wäre hingegen der Zombiefilm, für den Joachim Gauck sich gar nicht verkleiden müsste. Anders als die aristokratischen Vampire oder die plebejischen Werwölfe geben die Zombies keiner Klasse den Vorzug, sondern vollziehen die negative Aufhebung der sozialen und intergenerationellen Antagonismen im eigenen Gruppenverband.“

erwartungsgemäß ist auch ist das gedicht von günther grass nicht an mir vorbei gegangen. und die ganze diskussion um werk und autor passt so gut zum thema lesen. :) ich lese grass durchaus sehr gerne, so zählten katz und maus und im krebsgang mal zu meinen lieblingsbüchern. der satz liegt in der vergangenheit, nicht weil ich durch die diskussion um das aktuelle geschreibe eine abneigung gegen die werke habe, sondern da es ziemlich lange her ist, dass ich sie zuletzt las, und bücher verändern sich wenn man sie häufiger liest. zum glück muss und kann man autor_innen und ihre werke getrennt von einander betrachten und manchmal ist das werk klüger als sein autor. (dank an dieser stelle an meinen lk deutsch lehrer). zu grass empfehle ich diese zwei artikel und zitiere ein wenig, da die autoren sich so schön ausdrücken, dass ich das nicht selber machen muss.

„was grass uns sagen will“ von frank schirrmacher (ui)

„Es [das gedicht] ist ein Machwerk des Ressentiments, es ist, wie Nietzsche über das Ressentiment sagte, ein Dokument der „imaginären Rache“ einer sich moralisch lebenslang gekränkt fühlenden Generation. Gern hätte er, dass jetzt die Debatte entsteht, ob man als Deutscher Israel denn kritisieren dürfe. Die Debatte aber müsste darum geführt werden, ob es gerechtfertigt ist, die ganze Welt zum Opfer Israels zu machen, nur damit ein fünfundachtzigjähriger Mann seinen Frieden mit der eigenen Biographie machen kann.“

„ein deutscher maulheld“ von klaus bittermann.

„In der Flakhelfergeneration von Günter Grass und Rudolf Augstein, die aus vielen geläuterten Antisemiten besteht, welche die Juden zu ihren besten Freunden zählen, geht es um Insinuation und um Gerücht. Den Antisemitismus, der diese Generation geprägt hat, ist sie nie wieder losgeworden, weil sie ihn nie analysiert und deshalb auch nicht begriffen hat. Diese Leute dachten, sie würden ihn überwinden, indem sie sich formal von ihm distanzieren und sich ordentlich zerknirscht geben.“

ansonsten lese ich mal wieder die alten lieblingsbücher um zu sehen was ich heute davon halte. hoffentlich wird es bald so warm und schön dass man dem lesen wieder im park nachgehen kann.

last but not least was zu lesen zum thema kapitalismus: „die spielregeln, nicht die spieler.“ von michael heinrich. :)

und nur der form halber hier ein hinweis auf die steinfabrik!