Archiv der Kategorie 'biki-schau'

lesen hilft!

lesen sollte ich mal wieder mehr, es hilft nämlich gegen dummheit, dumme gedanken, hunger und kummer, langeweile und stress. es gibt so bücher die ich immer wieder lesen kann und die für bestimmte anlässe unerlässlich sind. wie z.b. homo faber oder tod in venedig im sommer oder gretchen mein mädchen bei liebeskummer oder houellebecq um in den hater-modus zu kommen bzw. um mich am zynismus alter männer zu erfreuen, oder das känguru und max gold um glücklich zu sein.

artikel lesen hat meist mehr die funktion sich zu bilden oder zu informieren, wie hier schon des öfteren erwähnt lese ich gerne die artikel von magnus klaue, sie tragen nicht nur zur informationsbeschaffung bei sondern auch zu meiner unterhaltung. darum an dieser stelle eine empfehlung: dawn of the dead. der artikel fällt in die kategorie „der bürgerrechtler ist der natürliche feind des menschenrechts“ dank an die konkret für die einführung dieser kategorie.

„Das adäquate Genre für die Darstellung des zu sich selbst kommenden Aktivbürgertums, das bürgerliche Individuen nicht einmal mehr als Karikaturen kennt, wäre hingegen der Zombiefilm, für den Joachim Gauck sich gar nicht verkleiden müsste. Anders als die aristokratischen Vampire oder die plebejischen Werwölfe geben die Zombies keiner Klasse den Vorzug, sondern vollziehen die negative Aufhebung der sozialen und intergenerationellen Antagonismen im eigenen Gruppenverband.“

erwartungsgemäß ist auch ist das gedicht von günther grass nicht an mir vorbei gegangen. und die ganze diskussion um werk und autor passt so gut zum thema lesen. :) ich lese grass durchaus sehr gerne, so zählten katz und maus und im krebsgang mal zu meinen lieblingsbüchern. der satz liegt in der vergangenheit, nicht weil ich durch die diskussion um das aktuelle geschreibe eine abneigung gegen die werke habe, sondern da es ziemlich lange her ist, dass ich sie zuletzt las, und bücher verändern sich wenn man sie häufiger liest. zum glück muss und kann man autor_innen und ihre werke getrennt von einander betrachten und manchmal ist das werk klüger als sein autor. (dank an dieser stelle an meinen lk deutsch lehrer). zu grass empfehle ich diese zwei artikel und zitiere ein wenig, da die autoren sich so schön ausdrücken, dass ich das nicht selber machen muss.

„was grass uns sagen will“ von frank schirrmacher (ui)

„Es [das gedicht] ist ein Machwerk des Ressentiments, es ist, wie Nietzsche über das Ressentiment sagte, ein Dokument der „imaginären Rache“ einer sich moralisch lebenslang gekränkt fühlenden Generation. Gern hätte er, dass jetzt die Debatte entsteht, ob man als Deutscher Israel denn kritisieren dürfe. Die Debatte aber müsste darum geführt werden, ob es gerechtfertigt ist, die ganze Welt zum Opfer Israels zu machen, nur damit ein fünfundachtzigjähriger Mann seinen Frieden mit der eigenen Biographie machen kann.“

„ein deutscher maulheld“ von klaus bittermann.

„In der Flakhelfergeneration von Günter Grass und Rudolf Augstein, die aus vielen geläuterten Antisemiten besteht, welche die Juden zu ihren besten Freunden zählen, geht es um Insinuation und um Gerücht. Den Antisemitismus, der diese Generation geprägt hat, ist sie nie wieder losgeworden, weil sie ihn nie analysiert und deshalb auch nicht begriffen hat. Diese Leute dachten, sie würden ihn überwinden, indem sie sich formal von ihm distanzieren und sich ordentlich zerknirscht geben.“

ansonsten lese ich mal wieder die alten lieblingsbücher um zu sehen was ich heute davon halte. hoffentlich wird es bald so warm und schön dass man dem lesen wieder im park nachgehen kann.

last but not least was zu lesen zum thema kapitalismus: „die spielregeln, nicht die spieler.“ von michael heinrich. :)

und nur der form halber hier ein hinweis auf die steinfabrik!

„>>die proletarier haben nichts zu verlieren als ihre ketten<< heidi klum“

eigentlich wusste ich noch nicht wie ich die überschrift, also heidi klum und den kapitalismus unter einen hut bekomme, aber ich fand das zitat-zitat so gut und am ende ist es mir doch ganz gut gelungen wie ich finde…

ok ich komme zu den dingen die sich seit ein paar wochen angesammelt haben.
zuallererst muss ich, auch wenn das im grunde ja gerade alle tun, auf diese lustige debatte in den diversen feuilletons hinweisen. angefangen mit einer autorin mit dem irritierenden namen pauer (ich spreche: power). „schmerzenesmänner“ heißt der artikel und er bereitet auch schmerzen. was man eigentlich gleich wissen müsste, da es sich um einen zeit artikel handelt.
inhalt?: bla bla männer werden weicheier und frauen nervt das, und schuld ist wie auch bei atomstrom und krebs, der feminismus. (ob heidi klum wohl auch deswegen beziehungsstress hat?)

auf diesen artikel gab es antworten und ich werde die hier nicht alle an den start bringen das wäre zu mühselig sondern nur zwei, die sich wie sollte es auch anderes sein kritisch mit der ansicht von fr. pauer auseinander setzen. der eine interessanterweise in der faz vom 17.1. zu finden.
„küssen kann man nicht alleine“ von jenny friedrich-freska. der zweite ist aus der jungle world „heul doch, mann!“
edit:

„Doch wo ist er zu finden, der reflektierte, sensible, weinerliche Mann? In der Dorfkneipe »Zum Wildschwein«, bei McFit, im Marzahner Jugendclub oder in der Kreuzberger Naunynritze?“

ganz genau das frage ich mich auch!

ich freu mich schon darauf wenn die piraten ihren senf dazu geben werden ♥

das zweite thema welches mich heute beschäftigte ist der kapitalismus (war ja klar…). um genau zu sein um einen kritischen blick auf die kritik an ihm, die diesmal aus der richtung der „manager und banker“ kommt. „leiden am kapitalismus“ so der titel und schon wieder von einer autorin (heike göbel – ich mach das nicht mit absicht…) obwohl die autorin die kritik der kritiker zum teil nachvollziehen kann ist sie doch der ansicht, dass der kapitalismus doch mehr vor- als nachteile bietet. der_die werte leser_in soll doch bitte mal nach china schauen und wie gut es doch den chinesen, dank der kapitalisiserung geht. der artikel endet mit der ansage:

„Kritik am Kapitalismus ist berechtigt – wenn sie wirklich darauf zielt, seine Prinzipien zu stärken. Denn allein ein gut funktionierendes Marktsystem ist leistungsfähig genug, um Armut und Hunger überall zu besiegen.“

spontan fällt mir da der doppelt freie lohnarbeiter ein und ich empfehle der autorin an dieser stelle das kapital band 1 s. 742ff. (und auch eigentlich alle seiten davor und danach)

passend in diesem moment auch das hier:

1987 ein gelegentlich heiterer rückblick

früher war alles besser und die welt noch in ordnung, sowieso und überhaupt. mit an sicherheit grenzender wahrscheinlichkeit war das für mich damals auch so. schließlich musste ich noch nicht zur schule gehen, mein kleiner bruder war endlich auch da und alle in der familie hatten sich lieb. im hinterhof, bei uns in schöneberg, wurden die häuser abgerissen damit mehr licht den boden und die wohnungen erreicht. die mauer stand noch, das telefonieren kostete 23 pfennig pro telefonat und die grünen hießen noch alternative liste. auf das jahr 87 bin ich durch die bilder vom 1. mai 1987 von herrn strempel gestoßen:

legendär

die ereignisse an diesem tag sorgten nicht nur in berlin, sondern laut wikipedia auch anderswo für viele schlagzeilen. mythen und damit auch helden und top-stories entstehen und weil mich sowas immer schon nervt will ich hier weder verklärt oder romantisierend an die guten alten zeiten erinnern, noch das konkret angestellte chaos und die blödsinnige zerstörung bejubeln, denn erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. so wurde der bolle markt gar nicht von linken oder üblichen chaoten niedergebrannt, stellten diese sich viel zu dilletantisch an, sondern von einem professionellen pyromanen.
nichts desto trotz fällt mir durch solche bilder und ereignisse auf, wie sehr sich die stadt und die zeiten verändert haben und das zwar oft, aber leider nicht immer, zu ihrem besten. und so habe ich mich im jahr 1987 ein wenig umgeschaut:

*am und um den 1 mai 1987 feiert man 750 jahre berlin. zu diesem anlass gibt die deutsche bundespost berlin einen briefmarkenblock heraus, es soll ihr letzter sein. ein expemplar mit sonderstempel darf auch ich mein eigen nennen.

*die sanierung und damit die säuberung des legendären bahnhof zoos beginnen. christiane f. geht nach griechenland. ob beide ereignisse in zusammenhang miteinander stehen weiss ich nicht.

*meine lieblings star trek serie, the next generation geht am 28. sep. 1987 an den start. „with all new adventures from the 24th century“ in deutschland kommt der spass erst drei jahre später an.

*apple bringt den macintosh se auf den markt. ausgestattet mit maximal 4 mb arbeitsspeicher kostet das ding 6000 bis 7000 mark.

*eines der großartigsten computerspiele kommt auf den markt: maniac mansion von lucasArts für den c64. es gibt 4 unterschiedliche wege das spiel durchzuspielen.

*die band nirvana gründet sich. sieben jahre später bringt sich curt cobain um.

*kevin-prince boateng wird geboren.

*borussia mönchengladbach beendet die bundesligasaison 1986/1987 auf dem dritten platz.

*Pierre Littbarski, mein ex-lieblingsfußballspieler, kommt zurück zum 1. fc köln.

*zine el-abidine ben startet seine karriere als präsident von tunesien, welche dieses jahr, nach also 24 jahren, endlich beendet wurde.

*die 1. intifada gegen die israelische armee Israel beginnt.

*andy warhol und rudolf hess sterben. der tod des ersten ist zu bedauern. der tod des zweiten kam spät, nach zwei zuvor missglückten selbstmordversuchen.

*auf platz 1 der musikcharts 1987 landet desireless mit voyage voyage. bei dem ich damals immer gerne mitgesungen habe, aber aufgrund von mangel an französichen sprachkenntnissen, immer sowas wie „pleija pleija“ verstanden habe.

vagina, sex und skateboards

…na wenn das nicht mal ein titel ist der für klicks sorgen wird :D
aber um genau das gehts hier. wie immer schon viel zu lange aufgeschobene blogempfehlungen und interessante internetfunde möchte ich an dieser stelle niemandem mehr vorenthalten:

ein sehr guten und interessanten blog, den ich schon länger lese, über die persönliche erfahrung mit sexarbeit [achtung: quasi unfassbar!] einer ganz normalen frau, findet sich hier: sina’s blog

weiter in sachen sex gehts auf dem blog les petits plaisirs. ich lese hier nicht nur gerne die rezensionen über diverses spielzeug, sondern auch aufgrund von artikeln wie diesen: vorzeitig gibts nicht

ausserdem gefunden, und als großartig empfunden:

menstruation skatebords. nicht nur weil ich die kombination von skateborad und menstruation gut finde auch der style entspricht meinem geschmack :)

und damit sich der kreis auch schliesst, hier mein fund zu vagina!

mit dank an den mädchenblog :)

mal wieder friedhofs-schau

diesmal der alte st. matthäus-kirchhof, auf dem neben berühmten und weniger berühmte berliner_innen, mächenerzähler, milchboten und auch echte helden beinahe ihre letzte ruhe finden konnten …